Who cares about music?

So, nun ist wieder Montag! Gestern haben wir die Polen geschlagen, die noch immer Fußball wie in den 80ern spielen, aber vielleicht kann man ihnen das auch nicht wirklich vorwerfen, denn mit Poldi, Klose und Troche spielen die besten Polen ja bei uns. Da hilft auch ein holländischer Trainer nicht. Wenn der Rudi Carrell das noch hätte erleben dürfen…

Mit Musik sieht es dieser Tage ja etwas ruhiger aus, wenn man vom gestrigen Bericht über das Spot-Festival mal absieht. Klar habe ich es in diesem Jahr wieder nicht dahin geschafft – zum einen lag das an der EM, aber vor allem daran, dass ich das ganze Wochenende „Music Business“ unterrichtet habe, denn irgendwie muss man ja auch Geld verdienen, oder?

Nachdem ich dann noch gerade meine Jungs von KID DAKOTA verabschiedet habe, die jetzt eine Woche auf meiner Tasche lagen und deren Fußball neigung doch komischerweise arg zu wünschen übrig lässt, las ich gerade vom „Rock am Ring“-Festival.

Ich habe ja früher mal für längere Zeit bei einem „bösen“ Major gearbeitet und war aus diesem Grunde etliche Male auch beim „RaR“, was immer eine Tortur war, zum einen wegen der langen Fahrt, zum anderen da mir ein Festival mit 80.000 Leuten schon immer ein Grauen war. Wer braucht schon 4.000 Bands auf 123 Bühnen? Dafür war ich schon damals zu alt, wobei das Durchschnittsalter diesen Jahres wohl doch wieder über dem meinen lag.

Als Headliner fungierten Metallica (wie fast jedes Jahr!) und Rage Against The Machine (Achtung: Re-Union) und ich als Verfechter neuer Bands kann nur sagen: Arme Jugend! Dass wir Deutschen kein Entdeckergen haben, weiß ich, aber dass bei den größten deutschen Festivals noch immer die gleichen Bands spielen wie vor 10 oder 15 Jahren kann doch nicht wahr sein.
Ich habe nichts gegen diese Bands, aber schämen tue ich mich schon ein bißchen, denn als ich das Darren und Ian von Kid Dakota heute vorlas, lagen sie lachend auf meinem Balkon. Sollte ich mitlachen oder doch eher wütend sein? Schließlich sind Metallica und RATM ja ihre Landsmänner (ja, ich weiß, dass der Lars Ullrich-Laberkopf ein Däne ist) und nicht meine.
Nichts von beidem habe ich getan und bin lieber gleich zum Sportteil übergegangen, denn ich wußte, dass ihnen das Lachen gleich im Halse stecken bleiben würde, wenn ich sie mit König Fußball traktiere.

So, da die Musik ja in einer Zeit wie dieser etwas in den Hintergrund gerät, wollte ich noch erwähnen, dass ich in der letzten Woche noch die großartigen Fleet Foxes (aus Seattle natürlich!) interviewen durfte, was ihr die Tage bei roteraupe.de nachlesen könnt. Dabei habe ich festgestellt, dass der Drummer ein alter Bekannter von mir ist und als J. Tillman schon einige Alben veröffentlicht hat…. Scheint, als würde ich mittlerweile mehr Leute aus Seattle kennen als aus Hamburg, was vielleicht nicht schlecht ist, denn wenn ich hier mit Amis durch die Schanze gehe, möchte man sich für die meist unterirdische Musikberieselung schämen. Hier ein kleiner Eindruck zu den Fleet Foxes aus dem leider nicht mehr existenten Crocodile Cafè aus SEATTLE:


2 Antworten auf “Who cares about music?”


  1. 1 kaputt 09. Juni 2008 um 13:58 Uhr

    „wir haben die polen geschlagen“?
    warste auch auf dem feld oder was?

  1. 1 rock am ring | indiestreber.de Pingback am 09. Juni 2008 um 19:20 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.